Forex oder binäre Optionen? Vor- und Nachteile

Wichtiger Hinweis

Binäre Optionen sind einfach und das Risiko ist begrenzt. Dafür bieten CFDs und Forex mehr Möglichkeiten für Trader und die unterschiedlich hohen Gewinne sind ein zusätzlicher Reiz. Welches ist das bessere Produkt?

Der Brexit und der damit einhergehende Absturz der Börsen haben Gefahren und Chancen beim Forex- und CFD-Handel noch einmal gezeigt. Ein Rückgang des DAX um mehr als 6,0 Prozent, das bedeutet bei einem Hebel von 100 einen Gewinn oder Verlust von 600 Prozent. Wer 1.000,- Euro eingesetzt hat, der hat entweder 6.000,- Euro gewonnen oder verloren, je nachdem ob er auf steigende oder fallende Kurse gesetzt hat.

Auch Profis verloren beim Brexit

Sogar viele Profis lagen diesmal falsch, sie hatten gewettet, dass die Briten sich im letzten Augenblick doch für die EU entscheiden würden, so wie es die Schotten bei der Abstimmung über den Verbleib im Vereinigten Königreich getan hatten. Wer CFDs gekauft hatte, der musste unter Umständen Geld nachschießen. Ähnlich ging es Anlegern, die auf das britische Pfund gesetzt hatten.

Dieses Problem hatten Trader bei binären Optionen nicht. Im schlimmsten Fall ist dort der Einsatz verloren, einige Broker bieten sogar eine Verlustabsicherung. Binäre Optionen gleichen einer Wette. Der Trader macht eine Vorhersage, ob der Kurs steigen oder fallen wird. Liegt er richtig, bekommt er einen Gewinn. Dessen Höhe ist, anders als bei regulären Optionen, nicht davon abhängig, wie weit der Zielkurs überschritten wurde. Wer beim Kurs von 1,2000 Euro je Pfund auf ein fallendes Pfund gesetzt hat, der erhält immer den gleichen Gewinn, sofern die Prognose richtig war. Ob das Pfund am Ende bei 1,1999 oder 1,0000 Euro notiert spielt keine Rolle, solange der Kurs, wie vorhergesagt, gefallen ist. Sollte er stattdessen steigen, verliert der Trader. Anders als bei Forex spielt es aber keine Rolle, ob der Kurs nur auf 1,2001 Euro oder auf 1,3000 Euro gestiegen ist.

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Hohe Gewinne bei kleinen Schwankungen

Diese hohen Gewinne und Verluste auch bei kleinen Kursschwankungen machen den Reiz des Handels mit binären Optionen aus. Natürlich kann man hohe Gewinne und Verluste auch bei Forex und CFDs mit einem hohen Hebel erreichen. Einige Broker verlangen nur 0,2 Prozent als Sicherheitseinlage (Margin), bieten also einen Hebel von 500. Schon eine Kursveränderung von 0,1 Prozent bedeutet dann einen Gewinn oder Verlust von 50 Prozent des eingezahlten Kapitals.

Aber das kann zum Problem werden, wenn die Märkte dann tatsächlich mal stark schwanken. So wie beim Brexit oder bei der Freigabe des Schweizer Franken im Jahr 2015, als der Euro plötzlich nicht um 0,2, sondern um 20 Prozent fiel. Bei einem Hebel von 500 bedeutete das einen Gewinn oder Verlust in Höhe der 100fachen Einlage. Wer 1.000,- Euro eingezahlt hatte, machte einen Gewinn oder Verlust in Höhe von 100,000,- Euro.

Hier sind binäre Optionen trotz des hohen Risikos klar das bessere Produkt. Zumal bei so starken Kursschwankungen auch die üblichen Sicherheitsvorkehrungen nicht helfen. Oft setzen Trader Stoppkurse, so dass die Position automatisch aufgelöst wird, wenn das eingesetzte Kapital aufgebraucht ist. Doch die können nicht ausgeführt werden, wenn niemand zu dem Kurs handeln will. Am Nachmittag vor Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse lag der DAX bei über 10.200 Punkten, am nächsten Morgen startete er unter 9.600 Punkten. Ein Stoppkurs bei 10.100 Punkten konnte deshalb im Regelfall nicht ausgeführt werden.

CFD und Forex mit vielen Vorteilen

CFDs und Forex haben aber auch Vorteile. Binäre Optionen haben einen festen Endtermin. Sie werden also meistens nicht verkauft, sondern werden fällig. Das nimmt natürlich einen Teil des Spaßes am Traden.

Außerdem kann es mitunter unbefriedigend sein, wenn die Gewinne und Verluste immer gleich hoch liegen. Das bedeutet nämlich auch, dass man als Trader nicht davon profitiert, wenn man eine Entwicklung richtig vorhergesagt hat. Bewegt sich der Kurs des Basiswertes seitwärts und liegt durch Glück etwas über dem Zielkurs, erhält man den gleichen Gewinn wie wenn man einen starken Trend richtig erkannt hat.

CFD und Forex gelten deshalb oft als die professionelleren, erwachseneren Produkte. Wobei auch das natürlich Typsache ist, auch viele erfahrene Trader handeln mit binären Optionen.

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Verzicht auf Nachschusspflicht als Alternative?

Eine mögliche Lösung aus dem Dilemma ist ein CFD-Broker, der auf die Nachschusspflicht verzichtet. Diese Möglichkeit bieten viele große deutsche Broker, die neben dem Kerngeschäft Aktienhandel noch CFDs anbieten, beispielsweise die Consorsbank oder Comdirect.

Bei Comdirect ist die Risikoabsicherung optional, bei der Consorsbank ist sie immer enthalten. Grundsätzlich funktioniert der Schutz so, dass Positionen automatisch aufgelöst werden, wenn das eingezahlte Geld verloren ist. Sollte das einmal nicht möglich sein, übernimmt der Broker beziehungsweise dessen Liquiditätsgeber die Verluste.

Allerdings geht damit oft ein deutlich reduzierter Hebel einher. Das hat für die Trader nicht nur Nachteile, ein hoher Hebel bedeutet nämlich auch enge Stoppkurse. Bei einem Hebel von 400 reicht schon ein Kursrückgang um 0,25 Prozent um eine Verkaufsorder auszulösen, wenn auf steigende Kurse gesetzt wurde – oder ein entsprechender Kursanstieg, wenn man auf fallende Kurse gesetzt hat. Kommt anschließend die Trendwende, ist es bereits zu spät.

Nicht in der EU regulierte Broker, vor allem aus Steueroasen in Übersee, nutzten Stoppkurse teilweise auch um Umsätze zu generieren. Weil sie als Marktmacher die Kurse selbst setzen können, legen sie diese so fest, dass möglichst viele Stop-Loss-Order ausgelöst werden.

FxPro als seriöse Alternative

Bei in der EU regulierten Brokern kommt das seltener vor. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin ging beispielsweise wegen dieses Verhaltens schon gegen CFD-Broker vor. Noch geringer ist das Risiko, wenn der Broker kein Marketmaker ist, sondern die Kundenaufträge direkt an Liquiditätsgeber weiterleitet.

So handhabt es beispielsweise der britische Broker FxPro. Er arbeitet mit großen Banken und Fonds zusammen, beispielsweise der Deutschen Bank, UBS oder Morgan Stanley (Quelle: www.binaereoptionen.com). Diese geben über die Plattform bekannt, zu welchen Konditionen sie Devisen oder CFDs kaufen oder verkaufen. Der Broker hat darauf keinen Einfluss und deshalb auch kein Interesse daran, die Kurse zu manipulieren – und auch keine Möglichkeit dazu, da die Kurse von den Geldgebern gestellt werden.

Außerdem wird das Unternehmen durch die britische Finanzaufsicht FCA überwacht. Der Brexit dürfte trotzdem kein Problem für Kunden werden, denn der operative Hauptsitz befindet sich schon heute auf Zypern. FxPro bietet einen Hebel von bis zu 500 und trotzdem keine Nachschusspflicht. Vielleicht eine gute Alternative zu binären Optionen.

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